Rosh Hashanah 58

Kapitel 58

א ברכת הלחם של מצה וברכת היין של קידוש היום מהו כיון דחובה הוא מפיק או דלמא ברכה לאו חובה היא
1 Wie ist es bei den Segenssprüchen über das Ungesäuerte und über den Wein des Weihsegens: kann man andere der Pflicht entledigen, da sie Pflicht sind, oder gibt es hierbei keinen Unterschied? –
ב ת"ש דאמר רב אשי כי הוינן בי רב פפי הוה מקדש לן וכי הוה אתי אריסיה מדברא הוה מקדש להו
2 Komm und höre: R. Aši erzählte: Als wir bei R. Papi waren, sprach er für uns den Weihsegen, und wenn seine Pächter vom Felde kamen, sprach er ihn wiederum für sie.
ג ת"ר לא יפרוס אדם פרוסה לאורחין אלא אם כן אוכל עמהם אבל פורס הוא לבניו ולבני ביתו כדי לחנכן במצות ובהלל ובמגילה אף על פי שיצא מוציא:
3 Die Rabbanan lehrten: Man darf nicht für seine Gäste das Brot [zum Segensspruche] anbrechen, ohne mit ihnen mitzuessen, wohl aber darf man es für seine Kinder und seine Hausleute. Man kann andere der Pflicht des Lobliedes und der Esterrolle entledigen, auch wenn man sich bereits der Pflicht entledigt hat.
ד <br><br><big><strong>הדרן עלך ראוהו בית דין</strong></big><br><br>
4 
ה מתני׳ <big><strong>יום</strong></big> טוב של ר"ה שחל להיות בשבת במקדש היו תוקעין אבל לא במדינה משחרב בהמ"ק התקין רבן יוחנן בן זכאי שיהו תוקעין בכל מקום שיש בו ב"ד אמר רבי אלעזר לא התקין רבן יוחנן בן זכאי אלא ביבנה בלבד אמרו לו אחד יבנה ואחד כל מקום שיש בו בית דין
5 <b>W</b>ENN <small>DAS</small> F<small>EST DES</small> N<small>EUJAHRS AUF EINEN</small> Š<small>ABBATH FIEL, BLIES MAN IM</small> T<small>EMPEL, NICHT ABER IN DER</small> P<small>ROVINZ</small>. N<small>ACHDEM DER</small> T<small>EMPEL ZERSTÖRT WURDE, ORDNETE</small> R. J<small>OḤANAN B.ZAKKAJ AN, IN JEDEM</small> O<small>RTE ZU BLASEN, WO EIN</small> G<small>ERICHT SICH BEFINDET. R</small>. E<small>LEA͑ZAR SAGTE</small>, R. J<small>OḤLANAN B</small>.Z<small>AKKAJ HABE DIES NUR FÜR</small> J<small>ABNE</small> <small>ANGEORDNET</small>. M<small>AN ENTGEGNETE IHM;</small> S<small>OWOHL FÜR</small> J<small>ABNE ALS AUCH FÜR JEDEN</small> O<small>RT, WO EIN</small> G<small>ERICHT SICH BEFINDET</small>.
ו ועוד זאת היתה ירושלים יתירה על יבנה שכל עיר שהיא רואה ושומעת וקרובה ויכולה לבוא תוקעין וביבנה לא היו תוקעין אלא בב"ד בלבד:
6 A<small>UCH HIERIN WAR</small> J<small>ERUŠALEM BEVORZUGTER ALS</small> J<small>ABNE: IN JEDER</small> S<small>TADT, DIE</small> [J<small>ERUŠALEM</small>] <small>SEHEN UND HÖREN KONNTE, IHR NAHE WAR UND AUS DER MAN DAHIN KOMMEN KONNTE, WURDE GEBLASEN, IN</small> J<small>ABNE ABER NUR VOR DEM</small> G<small>ERICHTE</small>.
ז <big><strong>גמ׳</strong></big> מנה"מ אמר רבי לוי בר לחמא אמר רבי חמא בר חנינא כתוב אחד אומר (ויקרא כג, כד) שבתון זכרון תרועה וכתוב אחד אומר (במדבר כט, א) יום תרועה יהיה לכם לא קשיא כאן ביו"ט שחל להיות בשבת כאן ביום טוב שחל להיות בחול
7 GEMARA. Woher dies? R. Levi b. Lahma erwiderte im Namen des R. Ḥama b. Ḥanina: Ein Schriftvers lautet: <i>ein Ruhetag, eine Erinnerung des Lärmblasens</i>, und ein anderer lautet: <i>als Tag des Lärmblasens gelte er euch</i>; aber das ist kein Widerspruch, denn der eine spricht von einem Festtage, der auf einen Šabbath fällt, und der andere von einem Festtage, der auf einen Wochentag fällt.
ח אמר רבא אי מדאורייתא היא במקדש היכי תקעינן ועוד הא לאו מלאכה היא דאצטריך קרא למעוטי
8 Raba sprach: Wieso durfte man, wenn es nach der Tora [verboten] ist, im Tempel blasen!? Und wozu ist ferner ein Schriftvers zur Ausschließung nötig, wo dies gar keine Arbeit ist!?
ט דתנא דבי שמואל (במדבר כט, א) כל מלאכת עבודה לא תעשו יצתה תקיעת שופר ורדיית הפת שהיא חכמה ואינה מלאכה
9 In der Schule Šemuéls wurde nämlich gelehrt: <i>Ihr sollt keinerlei Arbeit verrichten</i>, ausgenommen das Posaunenblasen und das Herausnehmen des Brotes, die Kunstfertigkeiten und keine Arbeiten sind!?
י אלא אמר רבא מדאורייתא מישרא שרי ורבנן הוא דגזור ביה כדרבה דאמר רבה הכל חייבין בתקיעת שופר ואין הכל בקיאין בתקיעת שופר גזירה שמא יטלנו בידו וילך אצל הבקי ללמוד ויעבירנו ד' אמות ברה"ר
10 Vielmehr, erklärte Raba, nach der Tora ist es auch erlaubt, nur haben die Rabbanan [es verboten]. Dies nach Rabba, denn Rabba sagte: Jeder ist zum Posaunenblasen verpflichtet, nicht aber ist jeder des Posaunenblasens kundig; somit ist zu berücksichtigen, es könnte jemand [die Posaune] in die Hand nehmen und zu einem Kundigen es lernen gehen und so vier Ellen über öffentliches Gebiet tragen.
יא והיינו טעמא דלולב והיינו טעמא דמגילה:
11 Dies ist auch der Grund beim Feststrausse und bei der Esterrolle.
יב משחרב בהמ"ק התקין רבי יוחנן בן זכאי כו': תנו רבנן פעם אחת חל ראש השנה להיות בשבת [והיו כל הערים מתכנסין] אמר להם רבן יוחנן בן זכאי לבני בתירה נתקע אמרו לו נדון
12 N<small>ACHDEM DER</small> T<small>EMPEL ZERSTÖRT WURDE, ORDNETE R</small>. J<small>OḤANAN B</small>. Z<small>AKKAJ AN</small> &amp;c. Die Rabbanan lehrten: Einst fiel das Neujahrsfest auf einen Šabbath, und R. Joḥanan b. Zakkaj sprach zu den Söhnen Betheras: Wir wollen blasen. Diese erwiderten: Wir wollen verhandeln.
יג אמר להם נתקע ואחר כך נדון לאחר שתקעו אמרו לו נדון אמר להם כבר נשמעה קרן ביבנה ואין משיבין לאחר מעשה:
13 Hierauf sprach er: Wir wollen zuerst blasen und nachher verhandeln. Nachdem man geblasen hatte, sprachen sie zu ihm: Wir wollen nun verhandeln. Da erwiderte er: In Jabne hat man das Blashorn bereits gehört; nach erfolgter Tat ist nichts einzuwenden.
יד אמר רבי אלעזר לא התקין רבן יוחנן בן זכאי אלא ביבנה בלבד אמרו לו אחד יבנה ואחד כל מקום שיש בו ב"ד: אמרו לו היינו ת"ק
14 R. E<small>LEA͑ZAR SAGTE</small>, R. J<small>OḤANAN B</small>.Z<small>AKKAJ HABE DIES NUR FÜR</small> J<small>ABNE ANGEORDNET</small>. M<small>AN ENTGEGNETE IHM:</small> S<small>OWOHL FÜR</small> J<small>ABNE ALS AUCH FÜR JEDEN</small> O<small>RT, WO EIN</small> G<small>ERICHT SICH BEFINDET</small>. Diese sagen ja dasselbe, wie der erste Tanna!? –
טו איכא בינייהו בי דינא דאקראי:
15 Ein Unterschied besteht zwischen ihnen bei einem vorübergehenden Gerichtshöfe.
טז אמרו לו אחד יבנה ואחד כל מקום שיש בו ב"ד: אמר רב הונא
16 (Man entgegnete ihm: Sowohl für Jabne als auch für jeden Ort, wo ein Gericht sich befindet.) R. Hona sagte: